Alles Vorstellbare existiert und noch unendlich mehr

Der Künstler Friedrich Sebastian Feichter (FSF) ist wohl so etwas wie ein Grenzgänger.
Er lebt in Luttach, das ist im Südtiroler Ahrntal, nahe der Grenze zu Österreich. Es ist bloß ein Steinwurf zum Nachbarland, dennoch existiert dort kein offizieller Übergang, und neben aller Nähe und Verbundenheit zwischen diesen und jenen, wissen dennoch alle um die Verschiedenheit der jeweils anderen Welt. Um von hier nach dort zu gelangen muss man über schmale Sattel oder über hohe Berggipfel, sie sind abenteuerlich und erfordern Leidenschaft und Begeisterung.
An den Gipfeln der Berge endet die feste, fassbare Welt und es beginnt der immaterielle, unbegreifliche Himmel. Der Mensch steht als deren Bindeglied mit den Beinen fest am Boden, den Kopf wie eine Antenne in den Weiten des Himmels.
Der Grat zwischen den Welten ist schmal, so sagt man, und nirgendwo sonst wird man der Mehrdeutigkeit dieses Phänomens „Mensch als Grenzgänger zwischen den Welten“ so gewahr, wie in den Bergen. FSF sucht die wenig begangenen Pfade, die der Berge sowie die schmalen Grate „zwischen den Welten“. Dorthin zieht er sich zurück und dort erhält er die Inspiration zu seiner Kunst.
Sie stellt sich in seinen Tag- und Nacht-Träumen ein. Der Mensch ist das verbindende Glied zwischen Himmel und Erde, der Traum ist der Transmitter zwischen den Dimensionen und zwischen den Universen. Mit seinen Ansichten steht FSF nicht allein da: „Alles Vorstellbare existiert und noch unendlich mehr….“ (Jakob Lorbeer) „….und das alles in unserer Intuition. Das Gefäß dafür ist der offene Mensch.“ (FSF)
Die Skulpturen von Friedrich Sebastian Feichter sind die logische Folge (s)einer Offenheit für Übergänge zwischen den Dimensionen und entstehen unweigerlich in einem Schaffensakt zwingender Authentizität.
Seine Skulpturen entstehen von Innen heraus, und finden sich wie am Beispiel der Serie „homo solaris“, also der Lichtmenschen im Nachhinein in anderen Wirklichkeiten wie z.B. in den Beschreibungen eines Jakob Lorber (Die natürliche Sonne) wieder. (www.homosolaris.it )
Seine jüngste Serie zeigt Büsten fremdartiger Lebewesen, mit denen der Künstler in den Übergängen von Wach- und Schlaf-Bewusstsein spricht und interagiert. Wie bereits am Beispiel von „homo solaris“ können auch diese neuen Geschöpfe als Manifestation ( im Wortsinne der Handgreiflich- und Sichtbarmachung) von Lebensformen paralleler Universen begriffen werden.
Durch seine Welten-Offenheit sowie seiner Affinität zu Übergängen ermöglicht uns der Künstler Einblicke in fremde, naheliegende Dimensionen, die keinen Steinwurf entfernt rund um uns existieren, zu denen kein offizieller Übergang besteht, denen sich Grenzgänger wie FSF aber öffnen, und neben aller Nähe und Verbundenheit zwischen diesen und jenen dennoch um die Verschiedenheit der jeweils anderen Welt wissen.

Gespräch mit dem Künstler

KA: „Du hast soeben Deinen neuen Skulpturen-Zyklus fertiggestellt, und ich kann mir vorstellen, dass sich manch einer fragen wird: Wieso Aliens ?“

FSF: „Es gibt ein paar grundlegende Fragen zu unserem Mensch-Sein: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wozu sind wir fähig? Und wohin entwickeln wir uns? Wenn man sich mit solchen Fragen befasst, landet man früher oder später unweigerlichen auch bei der Frage: ….und sind wir alleine? Also: Sind wir Menschen die einzigen, oder gibt es noch andere, geistige Lebewesen im Universum? Und das kann man eigentlich nur mit JA beantworten. Die Behauptung, wir wären die einzigen, entspringt meiner Meinung nach der Begrenztheit von dem, was wir als Wahrheit anerkennen. Und wenn heute die Existenz außerirdischer Wesenheiten bestritten wird, dann handelt es sich dabei um die selbe Vermessenheit, wie damals, als man sich dagegen verwehrte, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht.

KA: „Das heißt, Du bist von der Existenz fremder Wesen überzeugt!“

FSF: „Mehr als das! Ich bin auch davon überzeugt, dass es sogar Kontakt zu ihnen gibt und immer schon gab, auch wenn das von offiziellen Repräsentanten in der Regel dementiert wird. Die Kunst früher Epochen ist durchzogen von Darstellungen, die sowohl auf die Existenz wie auch auf den Kontakt verweisen. Ob das nun einfache Abbildungen betrifft, oder vermeintliche „Weltwunder“ wie zum Beispiel die Pyramiden oder rätselhafte Kultstätten.

KA: Da gibt es ja recht unterschiedliche Deutungen. Also von früher Kunst und Architektur direkt auf die Existenz fremder, geistiger Wesen zu schließen, scheint mir nun doch etwas dünn?

FSF: In meiner Kunst stütze ich mich noch nie auf einschlägige Vorinformationen, bis heute. Etwaige Parallelen ergaben sich in der Regel im Nachhinein, wie am Beispiel der homo solaris, zu denen ich die absolut zutreffenden Entsprechungen in Jakob Lorbers Die Sonne erst fand, als meine Licht-Menschen längst auf den Kunstmessen präsent waren. Meine Inspiration schöpfte ich ausschließlich aus jenen Eindrücken und Erfahrungen, die sich einstellen, wenn ich zur Ruhe komme und mein Geist frei von all den Alltagsinformationen ist, die uns tagtäglich überschwemmen. Wenn all der Informationsschrott, mit dem wir unerbittlich „zweckinformiert“ und beeinflusst werden, erst einmal abgelegt ist, dann erschließen sich völlig andere Wahrnehmungskanäle mit völlig anderen Erfahrungswelten. Das ist, wie wenn der „Alltagsstecker“ für das, `was wir für-wahr-nehmen-sollen´ gezogen ist. Das ist die Voraussetzung, um überhaupt auf anderen Frequenzen empfangen zu können. Nur wenn wir uns in andere Schwingungen bringen, ist es möglich, mit anderen Dimensionen in Kontakt zu kommen. Ob es jemanden gelingt oder nicht, ist eigentlich bloß eine Frage seiner Resonanzfähigkeit.

KA: Hattest Du selbst schon Kontakt?

FSF: Ja. Aber das darf man sich aber nicht so vorstellen, wie das Zusammentreffen hier zwischen uns beiden. Das Überschreiten von unserer Dimension zu einer Anderen ist ein geistiges Geschehen.

KA.: Und in Deiner neuen Serie zeigst du uns, wie man sich solche Wesen aus parallelen Dimensionen vorstellen kann?

FSF: Die Idee, einen neuen Zyklus dazu zu machen, beschäftigt mich schon seit einigen Jahren. So entstanden zuerst die Skulpturen „mein Bruder“ und „Wächterin“. Sie standen für zeitgleiche Existenzen, die in unserer Gegenwart in anders-schwingenden Dimensionen verortet waren. Die nunmehrige Serie geht in der Auseinandersetzung mit diesen Nachbar-Welten einen Schritt weiter. In ihr ist nicht nur der Raum überbrückt, sondern auch die Zeit. Auf die nunmehrigen Abbildungen blicken wir – wie aus einer Perspektive der Zukunft – zurück, wie auf eine Ahnengalerie. Ihre Entdeckung: Schnee von gestern. Die Erde ist keine Scheibe mehr! Schluss mit menschlicher Einfalt. Die Erde dreht sich endlich als ein Körnchen im Universum der unendlichen Vielfalt und das Eingeständnis fremder Existenzen in anderen Schwingungsräumen nicht länger ängstigend.

KA: Wo und wann präsentierst Du Deinen neuen Zyklus?

FSF: Die Vorstellung der Arbeiten findet von 10.4. bis 24.5. in der Galerie Bachlechner in Zürich statt. (http://www.kunstgalerie-bachlechner.ch/ )

KA: Dann wünsche ich Dir viel Erfolg für die Ausstellung.

FSF: Vielen Dank für Dein Interesse und Deinen Text.

Gespräch und Text: Karl Auer, Freund des Künstlers